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26. Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft

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27.10.2017 - Saal Bonn | 16:30 - 18:00 
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Organentnahme/-spende

Vorsitz: P. Schemmer (Graz, AT), A.-P. Barreiros (Mainz, DE)

16:30
V086
Präkonditionierung des Spenders: Langzeitdaten Dopamin
*Peter Schnülle1
1 Kreiskrankenhaus Weinheim, Nierenzentrum Weinheim, Weinheim, Deutschland
Abstract-Text :

.



16:45
V087
Haben wir genug qualifizierte Entnahmechirurgen?
*Axel Rahmel1
1 Deutsche Stiftung Organtransplantation, , Frankfurt/Main, Deutschland
Abstract-Text :

.



17:00
V088
Funktioniert die Umsetzung der IHFA-Richtlinie so gut wie wir es wünschen?
*Detlef Bösebeck1
1 Deutsche Stiftung Organtransplantation, Region Nord-Ost, Berlin, Deutschland
Abstract-Text :

.



17:15
V089
Gemeinsame Qualitätsoffensive: SAE/SAR – Schwerwiegende Zwischenfälle in der Organtransplantation
*Kerstin Moench1, Axel Rahmel2, Ana Paula Barreiros3
1 DSO, Stabsstelle SAE/SAR, Frankfurt, Deutschland
2 DSO, Vorstand, Frankfurt, Deutschland
3 DSO, Region Mitte, Mainz, Deutschland
Abstract-Text :

Einleitung: Auch in dem hochentwickelten Bereich der Organspende und -transplantation gibt es unerwünschte Ereignisse, die den Transplantationserfolg oder sogar das Leben der Organempfänger bedrohen können. Alle Beteiligten im Prozess sind gesetzlich verpflichtet, diese Zwischenfälle der DSO als zuständige Behörde zu melden und sie gemeinsam aufzuarbeiten.


Methoden: Analyse aller an die DSO gemeldeten SAE/SAR (schwerwiegende unerwünschte Zwischenfälle/Reaktionen) aus dem Jahr 2016.


Ergebnisse: Gemeldet wurden 98 Fälle mit V.a. SAE (n=75) oder SAR (n=23). Bei den SAE-Meldungen dominierten nach erfolgter Transplantation nachgewiesene Keime (70 Keime in Proben von 54 Spendern): Spender-BAL (9 multiresistente Bakt. (MRB) inkl. 5 Acinetobacter, 16 multisensible Bakt. (SB), 6 Pilze), Organ-Transportlösung (0 MRB, 24 SB, 0 Pilze); Spenderblut/-gewebe (2 MRB, 6 SB, 7 andere). 16 maligne Spendertumore (6 RCC, 7 andere solide, 2 hämatologische, 1 Melanom), 4 HLA-Änderungen und 1 V.a. thrombot. Mikroangiopathie wurden nach Transplantation von mindestens einem Organ des Spenders entdeckt. V.a. eine SAR (Erkrankung eines Empfängers mit möglicher Transmission vom Spender) bestand bei 10 Infektionen, 10 malignen Tumoren, 1 M. Wilson, 1 V.a. Oxalose und 1 letalen Reperfusionssyndrom. 4 SAE mündeten in eine SAR eines oder mehrerer Empfänger (2 Infektionen, 2 Malignome).


Schlussfolgerungen: Der V.a. auf SAE/SAR muss frühzeitig an die DSO gemeldet werden, um die Aufarbeitung, definitive Klärung einer Transmission sowie Bewertung des Wiederholungsrisikos zu ermöglichen. Dies erlaubt die präemptive oder therapeutische Behandlung aller Empfänger und die Umsetzung präventiver Maßnahmen, um eine Wiederholung zu vermeiden. Gemeinschaftlich müssen die Transplantationszentren und die DSO mit allen Beteiligten im Prozess ohne Schuldzuweisung eine objektive Aufarbeitung in engem und vertrauensvollem Dialog erreichen, um die Empfängersicherheit weiter kontinuierlich zu verbessern.



17:25
V090
10 Jahre DGFG/Gewebegesetz sorgen für Versorgungs- und Patientensicherheit in Deutschland
*Martin Börgel1
1 Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation, , Hannover, Deutschland
Abstract-Text :

Das Inkrafttreten des Gewebegesetzes in 2007 stellte die Gewebemedizin in Deutschland vor neue Herausforderungen. Selten zuvor wurde ein Fachgesetz so kontrovers diskutiert. Nicht nur die Zuordnung von Gewebezubereitungen zum Arzneimittelrecht wurde kritisiert, es gab zudem Befürchtungen über den Rückgang der gesamten Gewebespende, sogar der Organspende. Das Jahr 2007 war zugleich die Geburtsstunde der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG), die von drei Universitätsklinika als eine unabhängige gemeinnützige Gesellschaft übernommen wurde.


Die DGFG hat unter strikter Beibehaltung gemeinnütziger Prinzipien die Gewebespende an Kliniken in ganz Deutschland aufgebaut. Die DGFG ist damit Teil des Versorgungssystems, das mögliche Gewebespender maßgeblich betreut und in dem die meisten Gewebetransplantationen stattfinden. Diese unmittelbare Nähe der DGFG zu den Kliniken und die strikte Kontrolle durch Gesellschafter – Anstalten öffentlichen Rechts – sind Bausteine des Erfolges der vergangenen 10 bzw. 20 Jahre. Die erfolgreiche Entwicklung ist auf das Konzept der DGFG zurückzuführen, Koordinatoren direkt in den kooperierenden Krankenhäusern einzusetzen.


Die DGFG hat ein bundesweites Gewebenetzwerk von Spendekliniken und Gewebebanken aufgebaut, in dem die Anzahl der DGFG-Standorte von 3 auf 23 angestiegen ist. Die Anzahl der Gewebespender hat sich seit 2007 nahezu verdreifacht. Die DGFG vermittelt zehn Jahre nach Inkrafttreten des Gewebegesetzes etwa die Hälfte aller Hornhaut- und Amniontransplantate und einen Großteil der kardiovaskulären Transplantate. Mit dem Inselzentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden erfolgt der Aufbau der Inselzellspende, um damit das einzige in Deutschland existierende Inseltransplantationsprogramm wiederzubeleben.



17:35
V091
Kriterien und relevante prognostische Faktoren bei der Spenderauswahl – eine Analyse von 242 konsekutiven Nierenlebendspenden?
*Khalid Alqasim1, *Fritz Klein1, Natalie Maureen Otto2, Thomas Schachtner2, Petra Reinke2, Andreas Pascher1, Johann Pratschke1, Robert Öllinger1
1 Charité Universitätsmedizin Berlin, Chirurgische Klinik, Campus Charité Mitte | Campus Virchow-Klinikum, Berlin, Deutschland
2 Charité Univeristätsmedizin, Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, Berlin, Deutschland
Abstract-Text :

Einleitung und Fragestellung: Der Anteil an Nierentransplantationen nach Lebendspende an den gesamt durchgeführten Nierentransplantationen hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Im Vergleich zur postmortalen Spende geht die Nierenlebendspende mit einer Verkürzung der Wartezeit, einem deutlich besseren Transplantat-Überleben und weniger postoperativen Komplikationen einher. Insbesondere die Auswahl der Spender bedarf aber einer ausführlichen präoperativen Diagnostik und sorgfältigen Evaluation. Ziel dieser Arbeit ist eine Analyse von relevanten prognostischen Parametern und Auswahlkriterien bei gesunden Nierenlebendspendern in Bezug auf den perioperativen Verlauf. 


Methodik: Es erfolgte eine retrospektive Analyse von insgesamt 242 konsekutiven Nierenlebendspendern an unserer Klinik im Zeitraum von 01.01.2010 bis 28.02.2017. Untersucht wurden relevante präoperative Untersuchungsbefunde insbesondere anhand der Bildgebung und seitengetrennten Nierenfunktions-Clearance, sowie Patienten-spezifische Parameter und deren Bezug auf die Operationsplanung, sowie den intra- und postoperativen Verlauf. 


Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die Nierenspender waren im Mittel 53,3 Jahre alt, das Geschlechterverhältnis (männlich : weiblich) betrug 41% : 59%. 95% der Nierenlebendspenden wurden in laparoskopischer, 5% in offen-chirurgischer Technik durchgeführt. Die Nephrektomie erfolgte rechts bei 109 (45%=) bzw. links bei 133 (55%) der Spender. Die mittlere seitengetrennte Kreatinin-Clearance der Spenderniere betrug 49,6%. Anatomische Gefäßvarianten (>1 Nierenarterie oder –vene) lagen bei 29 (20%) der Patienten vor. Postoperative Komplikationen > Clavien II traten bei 6 (2%) der Nierenspender auf, kein Patient verstarb. Die Nierenlebendspende kann heutzutage technisch sicher durchgeführt werden. Die präoperative Spenderevaluation bedarf aber einer sorgfältigen Seiten- und Operationsplanung unter Berücksichtigung individueller Patientenspezifischer Risikofaktoren.