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26. Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft

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27.10.2017 - Saal Berlin | 11:45 - 12:15 
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Postervorträge VI

Vorsitz: B. Banas (Regensburg, DE), H. W. Künsebeck (Hannover, DE)

PV46 Dyadische Funktionsfähigkeit bei Paaren nach Nierentransplantation
*Tanja Zimmermann1, Laura Franke1, Daria Tkachenko1, Luisa  Peters1
1 Medizinische Hochschule Hannover, Klink für Psychosomatik und Psychotherapie, Hannover, Deutschland
Abstract-Text :

Einleitung und Fragestellung: Eine Nierentransplantation stellt nicht nur für den betroffenen Patienten sondern auch für den Partner eine tiefgreifende Veränderung dar. Die Paarbeziehung erweist sich als wichtiger Einflussfaktor auf die Lebensqualität und die Anpassung an die Erkrankung. Dennoch kann die Erkrankung auch die partnerschaftliche Funktionsfähigkeit beeinflussen. Insbesondere der Umgang mit Stress in einer Partnerschaft – das dyadische Coping (DC) – hat sich in Paarstudien als relevanter Einflussfaktor erwiesen. Daher untersucht die vorliegende Studie das dyadische Coping bei Paaren nach einer Nierentransplantation.


Methodik: Im Rahmen einer Querschnittstudie werden N = 50 Paare nach Nierentransplantation mit Hilfe von Fragebögen zur individuellen Belastung sowie ihrem dyadischen Coping mit Hilfe des Dyadischen Copinginventars befragt.


Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Erste vorläufige Ergebnisse mit N = 46 Paaren zeigen für die transplantierten Patienten (M = 111.9, SD = 12.9) ein durchschnittliches DC (111-145) sowie für die Partner (M = 110.6, SD = 12.4) ein unterdurchschnittliches DC im Vergleich zur Normstichprobe. Geschlechtsspezifische Analysen deuten darauf hin, dass transplantierte Männer (M = 107.1, SD = 16.9) tendenziell geringes DC aufweisen als transplantierte Frauen (M = 116.4, SD = 12.8, p = .06). Bei den Partnern finden sich keine Geschlechterunterschiede. Weitere Einflussfaktoren auf das DC werden mit der Gesamtstichprobe analysiert und diskutiert.



PV47 Adaptive Persönlichkeitsmerkmale bei Nieren-Lebendspendern
*Iris Pollmann1, Karin Weißenborn2, Faikah Güler3, Marie Mikuteit2,3, Martina de Zwaan1
1 Medizinische Hochschule Hannover, Psychosomatik und Psychotherapie, Hannover, Deutschland
2 Medizinische Hochschule Hannover, Neurologie, Hannover, Deutschland
3 Medizinische Hochschule Hannover, Nephrologie, Hannover, Deutschland
Abstract-Text :

Einleitung und Fragestellung: Die wachsende Zahl von Nierentransplantationen nach Nieren-Lebendspende führt zu einer zunehmenden Auseinandersetzung mit möglichen Folgen der Nierenspende auf die körperliche und psychische Gesundheit des Spenders. Im Durchschnitt unterscheiden sich Lebensqualität und Tagesmüdigkeit auch zehn Jahre nach Nierenspende nicht von der Norm. Ob Nieren-Lebendspender durch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale charakterisiert sind, die möglicherweise die Bereitschaft zur Spende beeinflussen und vor negativen psychischen Konsequenzen schützen, ist nicht hinreichend untersucht.


Methodik: Es wurden sämtliche Personen, die in den Jahren 1987 bis 2016 in der MHH eine Niere gespendet haben, angeschrieben. In den vorliegenden vorläufigen Auswertungen wurden alle Spender, die aktuell < 70 Jahre alt sind, berücksichtigt. Von 526 Personen (100%), haben bislang 311 (59%) geantwortet. Persönlichkeitsmerkmale wurden mit dem NEO-Fünf-Faktoren-Inventar (NEO-FFI) untersucht. Es werden die Mediane der T-Werte (normierte Werte nach Alter und Geschlecht) dargestellt.


Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Männer (n=111) zeigten unterdurchschnittliche Werte in der Skala Neurotizismus und überdurchschnittliche Werte in den Skalen Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Frauen (n=200) zeigen grenzwertig niedrige Neurotizismus- und Offenheitswerte und ebenfalls überdurchschnittliche Werte in der Skala Verträglichkeit. Sowohl männliche als auch weibliche Nieren-Lebendspender gaben im Vergleich zu einer Normstichprobe adaptive Persönlichkeitsmerkmale an, die durch hohe emotionale Stabilität, Altruismus und Zuverlässigkeit gekennzeichnet sind. Dies deutet auf eine gewisse Selektion von Nieren-Lebendspendern hin.



PV48 Fatigue and its impact on quality of life in pediatric liver transplant recipients
*Irene Petersen1, Janka Nölle2, Henning Lenhartz3, Monika Daseking4, Enke Grabhorn3
1 Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Transplantationspsychologie, Hamburg, Deutschland
2 Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, Hamburg, Deutschland
3 Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Lebertransplantation, Hamburg, Deutschland
4 Helmut-Schmidt-Universität, Pädagogische Psychologie, Hamburg, Deutschland
Abstract-Text :

Introduction: Fatigue is one of the most prevalent symptoms in children with chronic conditions. Previous research has established that fatigue is associated with impaired health-related quality of life (HRQOL). Therefore, the aim of our study was to investigate the occurrence of fatigue in pediatric liver transplant (PLT) recipients and the impact on their HRQOL.


Methods: The Pediatric Quality of Life Multidimensional Fatigue Scale (MFS) was administered to 100 families of PLT recipients ages 2-18 years (71 child self-reports; 100 parent proxy-report) during their annual medical check-up. Participants also completed the PedsQL Generic Core Scales (PedsQL). The MFS encompasses 3 subscales: 1) General fatigue, 2) Sleep/rest fatigue, 3) Cognitive fatigue, and a Total fatigue score.


Results: Mean age of participants was 12.0±4.5 years, age at PLT was 2.5±3.2 years. 53% were boys. Participants and their parents reported significantly more fatigue across all domains compared to healthy peers of a large MFS validation study. To examine the contribution of different domains of fatigue to child"s HRQOL multiple regression analyses were conducted. For both child self-report and parent proxy-report, only two domains of fatigue, General and Cognitive fatigue, were significant predictors for child's HRQOL. There was no significant contribution of Sleep/rest fatigue. The regression models explained 66% of the variance of child self reported HRQOL (R²adjusted=0.659, p<0,001), and 60% for parent proxy-report (R²adjusted=0.601, p<0.001).


Conclusion: To our knowledge, this is the first study that exclusively investigates fatigue in PLT recipients. Present findings demonstrate significantly more fatigue among participants compared to healthy peers. Considering the high impact on HRQOL further research is urgently needed to better understand the underlying mechanisms of fatigue and to develop appropriate interventions to improve impaired HRQOL in PLT recipients due to fatigue.



PV49 Adipositas und Adhärenz nach Nierentransplantation: Ergebnisse einer Fall-Kontroll Studie
*Özgür Albayrak1, Selma Pabst1,2, Anna  Bertram2, Mario Schiffer2, Martina de Zwaan1
1 Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Hannover, Deutschland
2 Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Hannover, Deutschland
Abstract-Text :

Fragestellung:


Adipöse Patienten werden von ihren behandelnden Ärzten häufiger als nicht-adhärent wahrgenommen, als nicht-adipöse Patienten. Sowohl Adipositas als auch mangelhafte Adhärenz erhöht das Risiko für ein Organversagen nach Nierentransplantation. Wir gingen der Frage nach, ob sich adipöse von nicht-adipösen Nierentransplantatempfängern hinsichtlich der Adhärenz für Immunsuppressiva und Vorkommen einer Abstoßungsreaktion voneinander unterscheiden.


Methodik:


241 Nierentransplantatempfänger wurden frühestens nach einem Jahr (mittlere Zeit nach Organtransplantation 7,2 Jahre) untersucht.  Als Fragebogen zur Selbsteinschätzung der Adhärenz kam die Adhärenz-Subskala des "Transplant Effect Questionnaire" und der "Basel Assessment of Adherence to Immunosppressive Medivation" (BAASIS) zur Anwendung. Die Fremdeinschätzung der Adhärenz erfolgte durch den behandelnden Nephrologen (1=sehr gute Adhärenz; 5=sehr schlechte Adhärenz). Weitere Variablen umfassten  Lebensqualität, Angst, Depression, Biopsie-gestützter Nachweis einer Abstoßungsreaktion, Alter, Geschlecht, Art des Immunsuppressivums, sowie die Variabilität der Immunsuppressiva-Spiegel im Serum. Die Patienten wurden in 2 Gruppen unterteilt: Adipöse (BMI >30kg/m²) und nicht-adipöse (BMI < 30 kg/m²).


Ergebnisse:


Adipöse unterschieden sich nicht signifikant hinsichtlich Adhärenz, Biopsie-gestütztem Nachweis einer Abstoßungsreaktion, Art des Immunsuppressivums, sowie Angst und Depression. Die Variabilität der Immunsuppressiva-Spiegel war bei adipösen jedoch signifikant erhöht im Vergleich zu nicht-adipösen Patienten.


Schlussfolgerungen:


Adipositas hängt in unserer Stichprobe nicht mit fehlender Adhärenz zusammen - weder bei der Selbst- noch bei der Fremdeinschätzung. Die Bedeutung der erhöhten Variabilität der Serumspiegel von Immunsuppressiva bei adipösen Patienten im Hinblick auf eine Abstoßungsreaktion sollte longitudinal untersucht werden.



PV50 Reaktionen auf deutsche Posterkampagnen: eine empirisch-ethische Studie
Solveig Lena Hansen1, Silke Schicktanz1, *Larissa Pfaller2
1 Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Göttingen, Deutschland
2 FAU Erlangen-Nürnberg, Institut für Soziologie, Erlangen, Deutschland
Abstract-Text :

Einleitung und Fragestellung


Seit dem Erlass des TPG gibt es von verschiedenen Institutionen Aufklärungs- und Motivationskampagnen, welche die Bevölkerung anregen sollen, sich mit der Organtransplantation auseinanderzusetzen. Unsere Studie geht der Frage nach, welche Effekte diese Kampagnen haben und was zukünftig vermieden werden sollte.


Methodik


Obgleich vielen Kampagnen wissenschaftliche Analysen vorausgingen, wurde ihre Rezeption noch nicht systematisch erhoben. Unsere explorative Studie legte ausgewählte Poster in verschiedenen deutschen Städten 50 Bürger/innen vor, die sich größtenteils (noch) nicht für ein Ja auf dem Organspendeausweis entschieden haben und wertete deren Reaktionen systematisch aus.


Ergebnisse und Schlussfolgerungen


Die Analyse zeigt, dass die untersuchten Kampagnen in unterschiedlichem Ausmaß an die individuelle Verantwortung der Betrachter/innen appellieren und deshalb auch unterschiedlich rezipiert werden: Während die Darstellung einer Organspende als heroischem Akt sehr gelassen rezipiert wird, wirken Kampagnen, die Postmortalspende als eindeutig richtiges oder normales Verhalten darstellen, wesentlich verbindlicher. Gemeinsam ist den Kampagnen jedoch, dass sich die Teilnehmer/innen nicht in erster Linie zu einer tieferen Auseinandersetzung aufgerufen sehen, sondern sich – in je unterschiedlicher Weise – unter Druck gesetzt fühlen.


Vorbehalte werden dementsprechend zu einem Großteil nicht gegen Organtransplantationen selbst, sondern gerade gegen die Art und Weise der Informationsvermittlung, also subtile Beeinflussung, Ausblendung von Gegenpositionen und z.T. sogar Fehlinformation gerichtet. Kampagnen, die das Ziel haben, die Bevölkerung zu einer entscheidungsoffenen Auseinandersetzung anzuregen, sollten daher besonders umsichtig mit dieser Art der Adressierung umgehen.